Unvergängliche Melodien
Konzert im Novalishaus Bad Aibling
Von Georg Füchtner
Auf eine musikalische Zeitreise in die beiden Metropolen des Operetten- und Tonfilschlagers, Wien und Berlin, unter dem Motto „Im Prater blühn wieder die Bäume“ nahmen Sopranistin Johanna Weiß, Bariton Andreas Fimm sowie Pianistin Rebekka Höpfner die Besucher im Novalis-Haus Bad Aibling mit.
Auf dem Programm standen unvergängliche Melodien des deutschen Tonfilms und das so genannte Wienerlied. Mit dem Walzer „An der Donau, wenn der Wein blüht“ wurden die Hörer von Rebekka Höpfner, die auch die Einführung zu den einzelnen Titeln moderierte, auf die zahlreichen Operettenohrwürmer und Schlager des deutschen Tonfilms eingestimmt. Walzer wie „Das muss ein Stück vom Himmel sein“ oder „Ich tanze mit dir in den Himmel hinein“ schufen eine Atmosphäre voller nostalgischen Charms.
Andreas Fimm ließ mit seinem kraftvoll-sonoren Bariton in den rührselig-sentimentalen Passagen die Herzen der Hörer höher schlagen. Seine Partnerin Johanna Weiß betörte mit einer klaren, ausdrucksvollen Stimme vor allem in der zweiten Hälfte, als Tonfilmschlager von Franz Grothe wie „Herz, du kennst meine Sehnsucht“ und „Es ist nur die Liebe“ erklangen. Grothe, der in diesem Jahr 100 geworden wäre, begeistert auch heute noch mit seinen zum Mitsummen geeigneten Evergreens, die damals das Publikum von einem sorgenvollen Alltag ablenkten und in die Traumwelt des deutschen Unterhaltungsfilms versetzten.
Natürlich durfte Robert Stolz im Repertoire nicht fehlen. Stolz, der über 2000 Lieder komponiert hat, darunter den Titel, der dem Abend den Namen gab, hat einmal erklärt, ohne ein volles Herz, voll von Glück, Sehnsucht und Liebe sei der Erfolg seiner Lieder nicht möglich gewesen.
Die Interpreten, die sich für den Applaus noch mit zwei Zugaben bedankten, waren mit Herzblut bei der Sache. Schade nur, dass sentimentale Melodien dominierten und flotte Titel zu kurz kamen. Ein weiterer Abend, diesmal mit lebhaftem Charakter, würde vom Publikum bestimmt mit Begeisterung aufgenommen.
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