Presse
Glucks Maultrommel

Die zweite „Musiktruhe"-CD von Johanna Weiß erschienen

von Rainer W. Janka, OVB, 20. Mai 2011


Was hatte der junge Felix Mendelssohn mit Goethe zu tun? Waren alle Komponisten Wunderkinder? Welches Instrument hat der kleine Joseph Haydn als erstes gelernt? Diese und noch mehr Fragen beantwortet die Rosenheimer Sängerin Johanna Weiß auf ihrer zweiten CD mit dem Titel „Die Musiktruhe“. Zusammen mit ihrer Tochter Anna Weiß stellt sie Komponistenbiografien in kindgemäßer Kurzform vor, musikalisch illustriert mit Werken der genannten Komponisten.
Als Sprecher für die Anekdoten und Ausschnitte aus Briefen hat Johanna Weiß ihren ehemaligen Klassenkameraden aus dem Ignaz- Günther-Gymnasium, Florian Schrei, gewinnen können, der als Sprecher und Moderator beim Bayerischen Rundfunk beschäftigt ist. Er ist ein Glücksfall: Seine sympathisch-sonore Stimme und seine Fähigkeit, die Texte stimmlich zu modulieren und lebendig zu machen, verleiht den alten Dokumenten Unmittelbarkeit und authentische Frische.
Neben den schon Genannten werden unter anderem Antonio Vivaldi, Christoph Willibald Gluck, Franz Liszt, Camille Saint-Saens und Claude Debussy vorgestellt.
Es wird erzählt, wie Gluck eigentlich Förster hatte werden sollen, aber davonlief und mit seiner Maultrommel sich Geld verdiente, wie Mendelssohn-Bartholdy den Pianisten Liszt in Leipzig trifft und ihn kurz darauf in einem Brief charakterisiert, dass schon der dreijährige Camille Saint-Saens Noten lesen konnte oder wie Debussy an seinen Verleger schreibt und diesen hinhält, während er „La Mer“ komponiert.
Die CD ist geeignet für Kinder ab acht Jahren und ein hübsches Geschenk für alle Gelegenheiten.




Die Moldau vorbeigetragen

OVB, 22. Dezember 2009

Rosenheim - Kinder für Musik zu begeistern, das war das Ziel der Matinée "Die Musiktruhe" im Ballhaus. Die Sopranistin Johanna Weiß erzählte gemeinsam mit ihrer Tochter Anna, wie sie von Geburt an Musik erlebt hat. Ihre aufgeführten Beispiele konnten die kleinen und großen Zuhörer im gut besetzten Stucksaal unmittelbar selbst hören. Mal in großer, mal in kleiner Besetzung spielte das Jugendorchester "Die Arche" unter Leitung von Rainer Heilmann schnelle und langsame, getragene und fröhliche Stücke aus Werken bekannter Komponisten.

Das Konzert begann mit der "Air" von Johann Sebastian Bach für Streichorchester. In ihrer Überleitung schilderte Weiß, wie das "Regentropfen-Prélude" von Frédéric Chopin entstanden war. Christoph Declara am Konzertflügel interpretierte eindringlich das Stück. Die Kinder konnten die Regentropfen förmlich hören und spürten die Einsamkeit des Komponisten während seines Aufenthalts auf Mallorca.



Danach sang Johanna Weiß das Lied "Mondnacht", ein Gedicht von Joseph von Eichendorff, das Robert Schumann vertont hat. Am Flügel begleitete sie Rebekka Höpfner. Dieses Lied weckte in Johanna Weiß den Wunsch, Sängerin zu werden. Überhaupt wurde in ihrer Kindheit und Jugend viel gesungen und musiziert. So erzählte sie ihrem jungen Publikum, wie sie bei Franz Schuberts Lied "Das Heideröslein", dessen Text Johann Wolfgang von Goethe verfasst hatte, immer "Rösslein" verstanden hatte. In der lebhaften Interpretation des Tenors Claes Ahnsjö wurde sehr deutlich, dass in dem Lied ein Röslein besungen wurde, das sich vergeblich gegen einen wilden Knaben zur Wehr setzt.

Kammermusik hatte im Elternhaus von Johanna Weiß einen hohen Stellenwert. Als Beispiel wurde die erste Variation aus dem "Forellen-Quintett" von Schubert gespielt mit Christoph Declara am Flügel und Mitgliedern der "Arche" an den Streichinstrumenten Geige, Bratsche, Cello und Kontrabass. Der erste Teil des Konzerts schloss mit einer Romanze aus dem Klavierkonzert in d-moll von Wolfgang Amadeus Mozart mit Declara als Solisten.

Nach der Pause spielte das Orchester den letzten Satz aus der 9. Sinfonie von Antonin Dvorak, die unter dem Namen "Aus der Neuen Welt" bekannt ist. In ihr hat der Komponist die Eindrücke aus seinem Aufenthalt in Amerika verarbeitet. Das Stück stellte eine große Herausforderung für das überwiegend mit Jugendlichen besetzten Orchester dar. Doch unter der sicheren Leitung von Rainer Heilmann entfalten die zahlreichen Themen der Sinfonie ihre Klangfülle und rissen das Publikum zu begeistertem Applaus hin.

Anschließend sang Johanna Weiß "Solvejgs Lied" aus der Peer-Gynt-Suite von Evard Grieg. Obwohl die aufmerksam lauschenden Kinder den norwegischen Text sicher nicht verstanden, konnten sie doch dank der einfühlsamen Interpretation der Sopranistin den Kummer Solvejgs spüren, die ihrem Liebsten nachtrauert, der sie verlassen hat, und dem sie trotzdem ewige Treue schwört.

Das Konzert endete mit dem Stück "Die Moldau", aus dem sechsteiligen Zyklus "Mein Vaterland" von Bedich Smetana. Johanna Weiß erklärte, dass es sich bei diesem Werk um sogenannte Programmmusik handelt. Um das zu verdeutlichen hatten einige Schulklassen die Themen des Orchesterstücks malerisch umgesetzt. Während nun die Musik erklang, trugen Kinder große Bilder an Stangen vor der Bühne vorbei. So konnte sich das junge Publikum gut die zwei Quellen vorstellen, aus denen die Moldau entspringt, den Wald mit der Jagdgesellschaft, durch den der Fluss fließt, vorbei an einer Bauernhochzeit, durch die nächtliche Stadt, zuletzt durch die wilden Stromschnellen und dann mündet die Moldau in die Elbe.

Das Orchester zeigte dabei eine beeindruckende Leistung. Vor allem die Bläser waren hier gefordert und gaben ihr Bestes. Zum Schluss gab es lang anhaltenden Applaus. re




Mozart schon im Mutterbauch


Johanna Weiß stellt neue selbstproduzierte CD vor

VON RAINER W. JANKA, OVB


Schon vor der Geburt, im Mutterbauch, hat die Rosenheimer Sängerin Johanna Weiß Musik gehört, genauer gesagt, Mozart-Musik, noch genauer gesagt, sein Klavierkonzert in d-moll KV 466. Das hat ihr Leben geprägt, das hat sie zur Musikerin, zur Sängerin gemacht. Das erzählt sie auf ihrer CD mit dem Titel „Die Musiktruhe“, die sie selbst produziert hat. Gedacht ist sie als erzählende Einführung in die klassische Musik speziell für Kinder.

Johanna Weiß ist mit dieser CD ein anmutiges Stück Musikpädagogik gelungen. Geschickt verknüpft sie ihren Lebensgang, der eben schon vor der Geburt beginnt, mit Werken bekannter Komponisten, die dann auch auf dieser CD erklingen. Ihre Tochter Anna erzählt dazu die jeweilige Biografie in prägnanter Kürze und natürlicher Sprache.

Johanna Weiß selbst erzählt, wie ihr Vater, der Pianist und Komponist Peter Ludwig, als kleiner Junge, weil er nicht schlafen konnte, sich vors Wohnzimmer schlich, woraus Beethovens Violinkonzert erklang, wie sie selbst sich das Klavierspielen mit Bachs C-Dur-Präludium beibrachte, wie sie als Kind das Kloster in Valldemosa besuchte, in dem Chopin einen verregneten Winter verbrachte und das „Regentropfen-Prelude“ komponierte, wie sie ihrer Großmutter zuhörte, wenn sie Schuberts „Röslein“ sang, das auf der CD immerhin Claes –Hakan Ahnsjö singt, während Johanna Weiß selbst die „Mondnacht“ von Schumann beisteuert, die sie als Schülerin im Ignaz-Günther-Gymnasium kennen lernte. Seit dieser Zeit wollte sie unbedingt Sängerin werden. Weihnachten ist für sie mit der ersten Cello-Sonate von Brahms verbunden, Dvoraks 9. Sinfonie war auf ihrer ersten Schallplatte, mit Smetanas „Moldau“ lernte sie den Unterschied zwischen Dur und Moll.

Zusammen mit Claes-Hakan Ahnsjö, Christoph Declara und Rebecca Höpfner am Klavier und mit dem Orchester „Die Arche“ unter Rainer Heilmann stellt Johanna Weiß ihre „Musiktruhe“ am Samstag, 5. Dezember, um 11 Uhr im Ballhaussaal Rosenheim vor. Dort kann man die CD kaufen. Ein feines Weihnachtsgeschenk ist diese CD allemal.